Hopser Abend (28.03.10) und die Meinung TEIL 2
gestern niemand, morgen tot und dazwischen populär [PART 2]
Die Freude über den neuen Undergroundsound währte allerdings nur kurz. Gab es doch immer noch einen recht großen Teil des Stammpublikums das sich nicht den ganzen Abend mit EmoDeprimucke und undefinierbaren Geknüppel abspeisen lassen wollte. Dj´s wurden angegriffen und aufs übelste beleidigt. Einige von ihnen sahen sich nicht mehr verstanden und führten ihre Abende nur noch im Totaldelirium aus, andere fürchteten, nachdem ihnen das halbe Crash Mobiliar an den Kopf geworfen wurde, um ihr Leben. Nach und nach verliessen sie uns alle, frustriert und nicht verstanden. Von der Zuneigung die ihnen damals noch auf dem Pinboard (heute ist es das Forum) der ersten Crash Web Site entgegenschlug war an ihren Abenden nicht viel zu sehen. Zudem kam, dass die Umsätze einbrachen, man fühlte sich um Jahre zurückgeworfen, und die Dj´s wurden auf einmal massiv kritisiert, dass der Sound so beschissen sei und deshalb keine Leute mehr kommen, da die Masse auf das neue Gepolter nicht tanzen konnte, denn niemand(!!!) kannte es.
Durch die neuen Medien und das einhergehende “Wissen“ ,dass man sich aus dem Netzt laden konnte, wusste auf einmal jeder alles besser, das Publikum taucht bis zu 150 mal pro Abend beim Dj auf und winkt mit selbstgebrannten CD´s und mitgebrachten MP3 playern. Sowieso war auf einmal alles scheisse und nur “mein Lied“ war das einzig wahre. Manch einem Dj zeigte es die Grenze auf, wie stark seine Psyche belastbar ist mit Besserwissertum und ab wann zurückgebrüllt wird. Bei manch einem äußerte sich das auch im totalen Planverlust. Denn eigentlich ist man hier um aufzulegen und sich nicht den ganzen Abend mit den Leuten zu streiten. Wir sind schließlich kein Streetworker.
Das Dj Karusell begann sich so schnell zu drehen, dass manche schon wieder weg waren, bevor ihre Beschreibung von ihrem Style auf der Website zu lesen war. Dem Crash wurde klar, dass Wirtschaftlichkeit mit überleben zusammenhängt, oder wie Hopser so schön schrieb, von Luft und Liebe kann leider keiner leben. Oder bezahlt ihr eure Rechnungen auf diese Weise? (Wenn ja, bitte sagt es mir....)
Somit war die Reaktion auf die Problematik der zweite Floor. Auf diesem sollten Spezifische Abende zelebriert werden, damit auch Nischenmusikliebhaber auf ihre Kosten kommen und im Großen Raum eine etwas breitere Musikrichtung angeboten werden kann, und auch unsere älteren Gäste wieder ein bisschen Tanzen können. Wir wollen uns Undergroundmusikrichtungen zugunsten von etwas mehr Mainstream nicht verschließen, denn schließlich sind wir das Crash und wir arbeiten immer noch unter dem Roten Stern aufm Dach.
Dj Termine und der dazugehörige Musikstiel sind auf der Website meist Pünktlich abzulesen und somit kann sich jeder im Vorfeld darüber informieren was läuft oder auch nicht läuft. Dieses Splitten der Musikstiele ist eigentlich ein Geschenk, dass von vielen ignoriert wird, denn jeder will alles irgendwie anderst, weil er ist ja jetzt da und was der Dj auflegt oder auch nicht “interessiert mich jetzt nicht, ich hab schliesslich Eintritt bezahlt“ so kommt es einem zumindest vor.
Wenn ihr immer alles besser wisst, dann macht eurer eigenes Loch auf, und wenn ihr dann mit euch selbst im Kreis sitzt und die Stromrechnung nicht bezahlen könnt, (denn die Energiekonzerne akzeptieren die Währung “Luft und Liebe“ leider nicht) versteht ihr vielleicht, dass ihr auch nur eine Batterie in der Matrix seid, die jederzeit ersetzbar ist.
Das Crash ist das nicht, gibt es etwas vergleichbares?
In dieser Region sicher nicht. Ich kenne keinen Laden in dem du Nackt mit der Unterhose auf dem Kopf ne Sportzigarette mitten auf der Tanzfläche rauchen kannst und du ne Stunde später immer noch gesund bist.
Diese Orte sind wahrscheinlich weltweit rar gesät und es werden mit sicherheit immer weniger, da die Matrix, Schmelzpunkte des Ungehorsams nicht duldet.
Also seid dankbar, denn sind wir erst mal weg wird euch klar werden, dass es so was nie wieder geben wird. Ihr könnt euch glücklich schätzen Teil eines Kultladens zu sein über den man in 20 Jahren lamentieren wird, wie geil es damals war.
Genießt diese Zeit, ihrs seid gerade mittendrin, aber sie ist bald vorbei.
So Stumpf komm’n wir nicht mehr zusammen
Good Fight, Good Night!!!
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